...in „Wo die wilden Wasser rauschen“ an der Seite von Ted Baxter, bewies sie bei der weiteren Auswahl ihrer Filme eine eher unglückliche Hand. Stattdessen geriet ihr Name immer häufiger in die Klatschspalten, während ihre Filme bei weitem nicht mehr an die ersten Triumphe anknüpfen konnten. Der Tiefpunkt ihrer Laufbahn war erreicht, als sie angeklagt wurde, schuldhaft in den Tod ihres vierten Ehemannes Rinaldo Razzino, dem Produzenten des Skandalmachwerks „Schamlose Amazonen“, verstrickt zu sein.
Obwohl sie aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde, konnte sie in der Filmindustrie nicht wieder Fuß fassen. Enttäuscht kehrte sie ihr den Rücken, lieh sich Geld und entschied, ihr Glück in der Gastronomie zu suchen.
Ihre ‚Ratsstuben’ wurden in der Berliner Gesellschaft jener Jahre in Windeseile ein Begriff. Berühmte Schauspieler und Chansonetten fanden sich dort allabendlich genauso ein wie Politiker und zwielichtige Persönlichkeiten der demi monde. Die Dame des Hauses wie auch das gesamte Personal waren bekannt für ihre ungewöhnliche Diskretion, eine Tatsache, der es zu verdanken ist, daß keine der frivolen nächtlichen Eskapaden dort je an die Öffentlichkeit drangen. Als Rosita di Capri 1965 unter mysteriösen Umständen während einer Urlaubsreise in Papua-Neuguinea ums Leben kam, schien es zuerst nicht gut um die Zukunft der Ratsstuben bestellt.
Zur Verblüffung vieler hatte sie in ihrem Testament eines ihrer Barmädchen mit der Weiterführung ihres Lebenswerkes bedacht. Niemand jedoch hätte darüber erstaunter sein können als Susi, jenes bildhübsche Mädel selbst, das sich von einem Tag auf den anderen vor die größte Herausforderung ihres blutjungen Lebens gestellt sah.
Nachdem der erste Schreck verflogen war, entschloss sie sich, dem Schicksal die Stirn zu bieten und den Sprung in das kalte Wasser zu wagen.
Für eine Sensation sorgte die Nachricht, sie habe ihre Memoiren geschrieben und sie auf Wegen, deren Spuren sie sorgsam zu verwischen wußte, ihrer Belegschaft zur freien Verfügung gestellt.

